Nicht jede Lehrstelle führt automatisch zum Traumjob. Aber es gibt Mittel und Wege, dem Ziel zumindest näher zu kommen.

Ute Dorau

Rund 35.000 Schulabsolventen entscheiden sich pro Jahr für eine Lehrausbildung. Doch nicht alle kommen in den Bereichen oder Unternehmen unter, die sie ursprünglich einmal anvisiert haben. Wer sich nicht mit Alternativen oder Verlegenheitslösungen zufriedengeben möchte, hat trotzdem Möglichkeiten, sich für künftige Traumarbeitgeber bzw. -ausbildner attraktiver zu machen.

An den Wünschen der Burschen und Mädchen hat sich über die vergangenen Jahre grundsätzlich nicht viel verändert: Schulabsolventinnen bewerben sich für Lehrstellen im Einzelhandel, als  Bürokauffrau oder als Friseurin und Perückenmacherin, während sich die männlichen Lehrstellenanwärter vor allem für die Bereiche Metall-, Elektro- oder Fahrzeugtechnik interessieren. Kein Wunder also, dass gerade in den beliebtesten Branchen die Lehrstellen trotz sinkender Lehrlingszahlen äußerst knapp sind.

Das schlägt sich ganz schnell in der Motivation nieder, selbst diejenigen, die in der Schule nie Probleme hatten, verlieren den Mut, wenn ihre dreißigste Bewerbung abgelehnt oder erst gar nicht beantwortet wird. Viele von ihnen lassen sich vom AMS oder den Kammern beraten und entscheiden sich letztendlich für Branchen, in denen noch händeringend nach Lehrlingen gesucht wird, wie beispielsweise – natürlich – den Tourismus. Offene Stellen gibt es aber auch immer mehr im Bereich der Handwerker wie z. B. Zimmerer, Dachdecker, Spengler etc. Auch das  Nahrungsmittelgewerbe klagt zunehmend über Lehrlingsschwund.

Laut Salzburger AMS kennen viele Schulabsolventen gar nicht die große Vielfalt und Anzahl der möglichen Lehrberufe. Wenn man die Landwirtschaft mit einrechnet, gibt es rund 210 Ausbildungsberufe, die jeweiligen Spezialisierungen und Schwerpunkte nicht eingeschlossen. Viele davon sind hoch attraktiv, aber eben den meisten jungen Leuten gar nicht im Bewusstsein. Hier ist es Aufgabe der Berater, den Enttäuschten oder Unentschlossenen neue Wege und Perspektiven zu erschließen.

Doch wer seiner ursprünglich geplanten Linie unbedingt treu bleiben möchte, kann ebenfalls auf Unterstützung hoffen, denn es gibt in bestimmten Branchen beispielsweise ausgesprochen reizvolle  Praktikumsangebote über die regionalen und internationalen Grenzen hinaus. Bedauerlicherweise sind die meisten Förderungen für Auslandspraktika an die Bedingung gebunden, dass der Praktikant bereits eine Lehrstelle in Österreich hat. So müssen diejenigen, die noch auf der Suche sind, auf Eigeninitiative setzen. Es lohnt sich. Denn: Lehrlinge, die sich mobil, flexibel und international präsentieren, sind bei Lehrberechtigten besonders gefragt, wie es bei der Lehrlingsstelle-Förderung der WKÖ heißt. So ein Praktikum bietet – neben den Sprachkenntnissen – beispielsweise die Chance, neue Arbeitstechniken und -methoden kennenzulernen, interessante, beruflich relevante Kontakte zu knüpfen und selbstständiger und selbstsicherer zu werden. In der Regel dauern Praktika nur wenige Wochen. Trotzdem setzen sie einiges an Planung und finanzieller Absicherung voraus. Doch auch das ist schon ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Verantwortung. Einrichtungen wie zum Beispiel die IFA in Wien (www.ifa.or.at/de/auslandspraktika/) unterstützen Schüler, Absolventen und Lehrlinge bei der Vermittlung.

Wer nicht so weit über die Grenzen hinausmöchte und bereits die gängigen Quellen ausgeschöpft hat, ist gut beraten, sich Verbündete zu suchen. Zum Beispiel direkt in den Wunschbetrieben. Denn auch eine unangeforderte, sogenannte Initiativbewerbung kann zumindest auf längere Sicht zum Erfolg führen. So bewahren Personalchefs eine gut formulierte, attraktive Bewerbung für später auf. Es empfiehlt sich, diese Initiativbewerbung beim Personalchef telefonisch anzukündigen und darum zu bitten, sie gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht zu ziehen.

Eine extrem erfolgversprechende Möglichkeit, um mit möglichen Wunscharbeitgebern in Kontakt zu treten, sind Messen. In Salzburg beispielsweise die BIM (Berufsinformationsmesse) im November oder das SN-Karriereforum sowie das neue Karriereforum Lehre. Hier sollte man mit dem bzw. den Unternehmen seiner Wahl möglichst im Vorfeld einen Gesprächstermin vereinbaren und in jedem Fall gut vorbereitet und pünktlich erscheinen. Das Karriereforum Lehre findet zum zweiten Mal statt, und zwar am 29. September. Auch diesmal ist der Europark Schauplatz und das gibt jungen Menschen, die eine Lehre anstreben, nicht nur die Chance auf einen attraktiven Lehrplatz. In zahlreichen Geschäften im Europark besteht auch die Möglichkeit, in den Arbeitsalltag hineinzuschnuppern.

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