Fangen wir einmal bei 1.0 an. Das World Wide Web Version 1.0 gab Antworten auf Suchanfragen. Reines Informationsangebot, keine Interaktion. Das Update hieß Web 2.0. Es entstanden Communitys, man konnte bloggen, podcasten und mittels RSS-Feeds können sich Mann und Frau mit Informationen zu persönlichen Interessenlagen aus dem Web versorgen lassen. Damit lernt das Web auch selbst wieder, Web 3.0 ist nicht mehr weit.

Auch Arbeit entzieht sich nicht dieser Versionsnummerierung. Mit dem eben erschienenen „Grünbuch Arbeiten 4.0“ denkt das deutsche Arbeitsministerium die heutige Arbeit weiter. Ein Dialogprozess über die Zukunft der Arbeit wird geführt. 4.0 ist dabei die begriffliche Anlehnung an Industrie 4.0, die wiederum das neueste Update der einstmaligen industriellen Revolution – heute als 1.0 bezeichnet – meint. Jedenfalls konstatiert das Grünbuch, dass Karriere 4.0 auf alle Fälle bedeutet: vernetzt, digital, flexibel. Im Sog der Industrie-4.0- und Arbeit-4.0-Debatte segeln Begriffe wie „Internet der Dinge“ und „Big Data“. Maschineneinsatz für Massendatenaustausch wird auch bei uns noch gehörigen Einfluss auf das künftige Arbeiten haben.

Ist Ihnen auch schon schwindlig? Die Zukunft der Karriere heißt hoffentlich auch Vertrauen, Begeisterung mit Fachverstand, gut vernetzt mit Menschen, die es gut mit einem meinen. Ein hohes Maß an Zutrauen in sein eigenes Tun, in hoher Eigenverantwortung und gegenseitigem Respekt von Unternehmen, Führungskräften, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Schrecken Sie nicht zurück vor den digitalen Anforderungen. Befüllen Sie sie mit echten Werten, mit Haltungen, mit Anliegen und Stellungnahmen. Suchen Sie sich die für Sie persönlich richtigen Vernetzungen. Eine warme Welt des Persönlichen, die dann ruhig 4.0 heißen kann.

Mag. Christian Holzer ist Work-Life-Balance-Karriereexperte. Er arbeitet als Unternehmensberater für sozial nachhaltige Unternehmen und ist Buchautor.

Mehr zu diesem Thema: www.karriereforum.eu

Bild: Marco Riebler

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