In schnelllebigen Zeiten – und sie werden immer schnelllebiger – ist es notwendig, nicht in Hektik und Panik unterzugehen. Umso wichtiger sind eigene Standortbestimmungen: Mit welchen Stärken, Zielen, Visionen, Ideen, Gefühlen stehe ich da? Was traue ich mir zu? Wer unterstützt mich wie? Wer seine Position kennt, kann in Ruhe das einschätzen und bewerten, was von außen herangetragen wird. Nicht alles muss immer schnell gehen. Reflexionsprozesse brauchen Zeit. Sie können bewusst Tempo herausnehmen. Neuer Job, Karriereentwicklung, die Kollegen, die Familie, das Geld, die Nachbarn, die Wohnung, Themen, die behandelt werden wollen, gibt es genug. Sie können in Ruhe eine Rück- und Vorschau genussvoll durchführen. Eine Tasse Tee, Handy aus, der Blick zum Fenster hinaus: Welche Position habe ich inne? Ist diese Position mit meinen Absichten konform? Bin ich mir am nächsten? Habe ich bei mir selbst Pole Position?
Eine wohlwollende Selbstbeziehung ist Gradmesser für das Gelingen der Außenbeziehungen. Startplatz Nummer eins in puncto „mir selbst vertrauen“ zum Beispiel oder bei der Realisierung eigener Bedürfnisse, und zwar wirklich eigener Bedürfnisse. Sich selbst nahe zu sein ist nicht zu verwechseln mit Egomanentum. Nicht um jeden Preis alles durchsetzen wollen, nicht ständig Druck erzeugen, da bleibt etwas auf der Strecke. Es braucht schon mehr Qualitätsbewusstsein, dann funktioniert die gute Kooperation, die erfreuliche Transparenz, die gelungene Kommunikation. Pole Position in seinen eigenen Bedürfnissen heißt kluge, intuitive, strategische Positionierung. Das ist oftmals die zweite Reihe, oftmals irgendwo hinten, vielfach nur in Zusammensetzung mit anderen durchführbar. Zeit nehmen, reflektieren, Wirkung spüren, Feedback erfahren – aus Ihrer Pole Position heraus.

Mag. Christian Holzer ist Work-Life-Balance-Karriereexperte. Er arbeitet als Unternehmensberater für sozial nachhaltige Unternehmen und ist Buchautor.

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