Ein neues Projekt des Bundesministeriums für Familie und Jugend zeigt: Schulnoten sind nicht alles – jeder hat seine persönlichen Stärken.
Bewiesen wird diese These durch das brandneue Wik:i, was so viel heißt wie „Was ich kann durch informelles Lernen“ – eine Suchmaschine für verborgene Talente, wenn man so will. Constanze Felser (18) und Lukas Wagner (21) haben den Selbsttest gewagt.

Treffpunkt akzente Jugendinfo. Portfolio-Trainerin Marika Zwidl steht als Moderatorin bereit. Worum geht‘s? Aktivitäten wie z. B. Hobbys benennen, Kompetenzen ableiten – alles in einem Zertifikat festhalten und voilà: Fertig ist die Kompetenzanalyse. Was man damit macht? Nun, dem Lebenslauf beilegen, denn ein Mensch ist doch weit mehr als der Ausdruck von Schulnoten in einem Zeugnis, oder etwas fürs eigene Ego tun. „Die Mädchen und Burschen sind meistens ganz überrascht, welche verborgenen Fähigkeiten dieses Instrument ans Licht bringt. Es ist wirklich so, dass in jedem etwas steckt – mit der Kompetenzanalyse kitzeln wir das heraus – alles, was wir brauchen, ist etwas Zeit“, so die Jugendinfo-Mitarbeiterin, die speziell für diese Analysen ausgebildet wurde.

Los geht’s: Aktivitäten benennen
„Eigentlich passiert alles im Dialog“, erklärt Zwidl. „Wir arbeiten in Kleingruppen von zwei bis sechs Personen. Die Jugendlichen tauschen sich aus, beschreiben sich, stellen sich vor, sammeln das, was sie gerne machen, geben sich dabei auch gegenseitig Feedback.“

Bei Constanze wird schnell klar, dass sich alles ums Tanzen dreht, egal ob Hip-Hop, Capoeira, Breakdance – seit zehn Jahren kribbelt es in den Beinen, sobald sie Musik hört. Tanzkurse und eigene Choreografien ausarbeiten gehört zu ihrem Freizeitpflichtprogramm dazu. Außerdem ist die Schülerin der Caritasschule auch noch Schulsprecherin, setzt sich für ihre Mitschüler ein, beruft Klassensprechersitzungen ein und engagiert sich im Schulgemeinschaftsausschuss. Bühnenscheu ist auch Lukas nicht. Er textet gern, steht als Slam Poet im Scheinwerferlicht und hat sein eigenes Online-Magazin auf die Beine gestellt. Respekt.

Schritt 2: Wo sind sie, die Kompetenzen?
Was die Jugendlichen auszeichnet, ist aufgelistet, jetzt kommt die Königsdisziplin, das Herausfiltern von Kompetenzen. „Wir halten also die Aktivitäten schriftlich fest, beschreiben sie ausführlich und dadurch kommen wir zu den Stärken“, so Zwidl. Eh klar. Was kompliziert klingt, funktioniert eigentlich ganz leicht: „Teamgeist, Durchhaltevermögen und Kommunikationsstärke zeichnen mich besonders aus – laut Analyse“, sagt Constanze grinsend. Organisationstalent, Kommunikationsstärke und strategisches Denken sind die besonderen Fähigkeiten von Lukas. Subjektiv? Mag sein. Was sagen die Testpersonen? „Eine coole Idee, ich bin jetzt in der Schule vielleicht nicht sooo gut – aber mal ehrlich, sagt das aus, wer ich bin? Ich finde diesen Selbsttest spannend und für mich ist das ein Pluspunkt im Lebenslauf“, so Constanze. „Es ist interessant, sich selbst einmal in den Mittelpunkt zu stellen, um herauszufinden: Was kann ich eigentlich – und das schwarz auf weiß abzubilden. Da steckt auch wirklich Arbeit drin! Dafür nimmt man aber auch ein offizielles Zertifikat mit nach Hause“, erläutert Lukas. Und was sagt die Moderatorin? „Mit Lukas und Constanze haben wir sehr

engagierte Tester, die viel mitbringen. Für die Kompetenzanalyse muss ich aber weder Schulsprecher sein noch mein eigenes Online-Magazin haben, ganz im Gegenteil! Ich sehe diesen Nachweis als ein Plus, das es dem Personalchef erlaubt, die Jobsuchenden noch ein Stück besser kennenzulernen, und das abseits der Schulnoten.“

Wer seine Stärken finden will, macht sich einen Termin in der akzente Jugendinfo, Anton-Neumayr-Platz 3, in der Stadt Salzburg (neben dem Haus der Natur), info@akzente.net, 0662/84 92 91-71, http://jugendinfo.akzente.net

Text & Foto: Kerstin Schnitzhofer

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