„Nicht gleich den erstbesten Job nehmen, der Ihnen angeboten wird“

Großes Gedränge herrschte gestern, Dienstag, beim Karriereforum 2015 im Kaufmännischen Verein, das die OÖNachrichten gemeinsam mit den Salzburger Nachrichten gestern in Linz zum fünften Mal veranstalteten.
Auch wenn oft die Zeit besonders für Berufseinsteiger zu drängen scheint, raten Personalexperten, mit Bedacht vorzugehen. „Nehmen Sie nicht gleich den erstbesten Job, der angeboten wird“, sagte Personalberater Manfred Webersdorfer von Hill International bei der Podiumsdiskussion.
Das eigene Profil sollte mit den Vorstellungen des Unternehmens zusammenpassen. „Wenn hohe Leistung gefordert ist, muss ich mich fragen: Bin ich bereit dazu?“ Auch Peter Weixelbaumer, Leiter der Werkskommunikation bei BMW Steyr, rät, sich den ersten Job gut zu überlegen. „Wenn man leichtfertig Ja sagt, ist das oft eine gewisse Hypothek für das Berufsleben. Viele bleiben hängen, auch wenn sie eigentlich etwas anderes machen wollten.“
Freilich kann man später den Job wechseln, doch „mit kuriosen Sprüngen im Lebenslauf ist man meist nicht erfolgreich“, sagt Webersdorfer. Es brauche einen stringenten Lebenslauf. EINmal funktioniere ein radikaler Wechsel – aber nicht mehrmals.
Richtungswechsel ist auch schon vor dem Berufseinstieg ein Thema, berichtete die Vize-ÖHVorsitzende der JKU, Stefanie Hauser, die selbst von einer technischen Grundausbildung auf ein wirtschaftliches Studium umgesattelt
hat. „Viele Erstsemestrige kommen zu unserer Beratung, die wir gemeinsam mit dem Wifi anbieten, weil sie mit ihrem Studium nicht zufrieden sind und ihnen der Mut fehlt, zu wechseln.“
Wie sehen das die Arbeitgeber, wenn jemand wechselt? Webersdorfer: „Wenn es gar nicht passt, sollte man abbrechen, sonst es aber durchziehen!“
Wichtig sei, schon während des Studiums Berufserfahrung zu sammeln, und zwar in dem Bereich, wo man später arbeiten will.
Lebenslanges Lernen war ein wiederkehrendes Schlagwort auf der Karrieremesse. „Weiterbildung ist ein wesentlicher Faktor für die Karriere“, sagte auch Michael Roither, Kommunikationsexperte an der Donau-Universität Krems. Man solle sich aktiv um Weiterbildung bemühen, „nicht erst dann, wenn etwas fehlt oder der Job verloren geht“. Wichtig sei, sich zu fragen: „Habe ich alle Fähigkeiten für meinen Traumjob? Kann ich alles, was ich können will? Und: Wie zukunftsfähig sind meine Fertigkeiten?“

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