Das 5. Karriereforum Linz lockte mehr als 1700 Besucher an.
Die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bewerbern funktionierte bestens.

Traumjob, gibt es so etwas wirklich?
Diese Frage stand gleich zu Beginn des 5. Karriereforums in Linz am 17. März auf dem Programm. Die Meinungen darüber sind geteilt, das zeigte die Podiumsdiskussion zum Thema deutlich. Zuvor hatte Keynote-Speaker Michael Roither von der Donau-Universität Krems seine Prognosen für die gesellschaftliche Entwicklung der nächsten Jahre abgegeben. Er geht von einer Transformation von einer Wissensgesellschaft hin zu einer Netzwerkgesellschaft aus. Die Herausforderung bestehe darin zu lernen, vernetzt zu denken. Ein Schritt dazu sei, Hierarchien, wie es sie in den meisten Firmen gebe, zu hinterfragen. „Denn Hierarchien bilden in der Regel nicht die Realität ab“, sagte Roither.
Die Netzwerkgesellschaft stelle die Menschen aber vor große Herausforderungen, zu denen Faktoren wie die permanente Veränderung, eine anhaltende Unsicherheit, die globale Vernetzung oder ein teilweiser Wertewandel gehörten. „Ein ,Major Change‘ ist schwer für die Menschen“, konstatierte Roither, „es bedeutet, sich einzustellen auf eine Gesellschaft, die man nicht kennt.“ All diese Herausforderungen werden auch das künftige Berufsleben verändern. Wie also geht es Richtung Traumjob? Manfred Webersdorfer, Chef von Hill International, bleibt in dieser Frage geerdet: „Den ,Traumjob‘ schlechthin gibt es nicht.“ Aber es führen viele Wege zum persönlichen beruflichen Ziel. „Dafür braucht es vor allem Leidenschaft“, konstatierte der Personalexperte. Und natürlich auch die richtige Ausbildung. Nach wie vor gefragt sei etwa eine Verbindung von Technik und Wirtschaft.
Wie das in der Praxis mit dem Traumjob funktionieren könnte, zeigte Peter Weixelbaumer vom Motorenhersteller BMW Steyr auf: „Wir bieten ein breites Spektrum an Berufsbildern an. Das geht vom zeitlich begrenzten China-Aufenthalt bis hin zum Fokus auf technische Felder.“ Wichtig sei es, rechtzeitig den eigenen Weg zu skizzieren und dann auch dabeizubleiben. „Karrieresprünge sind meist nicht erfolgreich“, betonte Webersdorfer. „Es braucht schon einen stringenten Lebenslauf.“ Vor allem tue sich der Einzelne schwer, wieder Veränderungen herbeizuführen: „Echte Sprünge sind schwierig. Den ,lucky punch‘ gibt es, er ist aber nicht anzuraten.“ So etwas funktioniere maximal ein Mal, etwa im zweiten Teil der Lebenskurve.
Stefanie Hauser hat schon verschiedene Seiten kennengelernt. Sie studiert aktuell Betriebswirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz, hat zuvor aber ihre technische Ausbildung an der HTL in Kuchl absolviert. Für welches Studium sie sich dann aber entschieden habe, sei ein „reines Bauchgefühl“ gewesen.
Wenn dieses Bauchgefühl bei der Studienwahl versagt, dann muss man aber doch reagieren. Webersdorfer: „Man sollte das schon durchziehen. Wenn es aber wirklich nicht passt, dann muss man rechtzeitig wechseln.“

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