Eine Sportkarriere kann von heute auf morgen vorbei sein. Die Hoffnungen von hervorragenden Musikern, Schauspielern oder Autoren scheitern an den Umständen, am Markt. Was dann? Selbst wenn alles so ausgeht wie erhofft, bedeutet „Ruhm“ noch lang nicht, dass man finanziell abgesichert ist. Autoren bleiben etwa fünf Prozent des Nettoverkaufswerts eines Taschenbuchs. Kostet so ein Buch also zehn Euro, bleiben 50 Cent, abzüglich Steuern und Sozialversicherung etc. Ähnlich (oder noch düsterer) sieht es in allen Kunstsparten aus. Ein „Dayjob“, der die lebenswichtigen Ausgaben – Miete, Essen, Krankenversicherung – deckt, ist da auf jeden Fall zu empfehlen. Deshalb sollte auch jede Ausbildung, die man macht, abgeschlossen werden, selbst wenn man im Moment keinen unmittelbaren Nutzen darin sieht. Ein Zeugnis oder eine Bestätigung über erworbene Qualifikationen hilft eines Tages vielleicht, sich die eigene Kunstkarriere zu finanzieren. Und selbst wenn alles gut geht: Auch Künstler sollten wissen, wie man eine Steuererklärung macht, wie man sich versichert, welche Abgaben man wann zahlen muss. All das klingt ziemlich spießig, wenn man 18 ist und nur für seine Kunst leben will. Aber eine Steuernachzahlung, die schnell in die Tausende gehen kann, beendet kreative Höhenflüge sehr unsanft. Auch wenn du ein Star bist – da holt dich keiner raus! Daher informieren über Selbst- oder Mitversicherung, Künstler-Sozialversicherung, Einkommenssteuer, Rechtslage bei Bildern, Tönen etc., die man verwendet, Rechtslage bei Veranstaltungen, Klauseln in Förderungen und Stipendien – müssen diese versteuert oder gar zurückgezahlt werden? Dazu Netzwerke aufbauen, Social Media als Werbeplattform begreifen und gemeinsam mit anderen Künstlern Kosten sparen (Proberäume, Infrastruktur, Technik). Dann macht das Genie-Sein noch mehr Spaß!

Daniela Ellmauer leitet die Kulturabteilung von akzente Salzburg.

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