Jeder soll oder möchte „Karriere machen“. Dafür werden mitunter auch eigene Interessen, Gesundheit und Familie geopfert. Aber warum eigentlich? Was bedeutet Karriere im Leben eines Menschen wirklich?  Welchen Wert besitzt Karriere für uns? Karriere leben kann nicht heißen, nach fünf Jahren ausgebrannt zu sein. Aktuell haben wir ziemlich hohe Ansprüche an uns, die wir mit allen Mitteln zu erreichen versuchen. Bedeutet „Karriere machen“ nicht auch, für etwas zu brennen, nicht aber auszubrennen? Uns für etwas voll und ganz einzusetzen bedeutet auch, ganz hinter einer Sache zu stehen. Sich bewusst zu sein, was das Wesentliche im Leben ist. Und: Sollte nicht der Mensch im Vordergrund stehen, ohne einem bewussten bzw. unbewussten ökonomischen Zwang untergeordnet zu sein?

Spätestens seit der Renaissance versteht sich der Mensch als Wesen, das sich selbst erfinden kann. Interessant ist, nach welchen Kriterien wir uns entwerfen wollen. In unserer Zeit scheint das Bild eines sich entfaltenden, sich entwickelnden, unfertigen Menschen von einem Bild des defizitären Wesen, das auf allen Ebenen verbesserungsbedürftig ist und nach Perfektion strebt, ersetzt. Dieser Perfektionsdrang ist tief verankert und immer mehr in den Erwartungen an unsere Kinder zu spüren. Wir müssen unsere eigenen Wertvorstellungen hinterfragen. Welche Werte sind mir wichtig, welche möchte ich leben, bzw. welche Werte werden durch mich und meine Karriere  ermittelt? Wir werden den richtigen Umgang mit den Anforderungen der Zeit finden müssen, damit wir neue Möglichkeiten nutzen können, die uns nicht einschränken, sondern befähigen, selbst Antworten zu finden und diese auch  mit Verantwortung tragen zu können. Also soll jeder Mensch in die Richtung gehen, die für ihn geeignet ist, seinen Fähigkeiten entspricht und die er als seine ganz persönliche Karriere – wie auch immer er sie definiert – sieht. Anna Szabó arbeitet im Jugendservice von akzente Salzburg.

Mehr zu diesem Thema: www.karriereforum.eu

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