Von Silvia Leitner

Name oder Thema Auf dem Tisch sitzt ein grüner Origami-Frosch, darum verstreut liegt grünes Papier. Sie haben zehn Minuten Zeit. Sie dürfen den Frosch auseinandernehmen, wieder zusammenbauen, von jeder Seite betrachten. Wenn die Zeit abgelaufen ist, kommt der Trainer. Sieht Ihr Papierkunstwerk einem Frosch ähnlich? Kann er vielleicht sogar hüpfen?
Nein? Dann bekommen Sie eine zweite Chance! Dieses Mal gibt es eine schriftliche Anleitung. Vielleicht ist es damit ja einfacher! Immer noch nicht? Kein Problem, der Trainer zeigt Ihnen, wie es geht! Es gibt unterschiedliche Wege, Neues zu lernen. Vielleicht darf es ja ein neuer Sport oder eine neue Sprache sein?
Von Kindheit an lernen wir informell durch Imitation und Erfahrung, Versuch und Irrtum. Man orientiert sich an Eltern oder Freunden und probiert jede Menge aus. Mit sechs Jahren beginnt die Phase der formalen Bildung. Sie umfasst die Schule, die Lehre oder auch die Universität und irgendwann sitzt man an seinem ersten Arbeitsplatz und wird wieder eine Menge Neues lernen. Manche lernen auch neben der Schule oder Arbeit, besuchen Kurse und Trainings oder machen Ausbildungen. Dieses zielgerichtete Lernen außerhalb des formalen Rahmens von Schule, Lehre oder Universität nennt man non-formale Bildung, dazu gehört auch die außerschulische Jugendarbeit. Meistens weiß man, dass man lernt, manchmal fühlt sich Lernen aber auch gar nicht wie Lernen an. Der Sohn, der mit Freunden zum Jugendlandtag fährt, lernt womöglich nicht mehr über Demokratie und Mitbestimmung als im entsprechenden Schulfach, aber vielleicht doch mit größerem Interesse. Und die Tochter, die sich auf der Jugendbegegnung mit Gleichaltrigen aus Spanien befreundet, verbessert ihre Sprachkenntnisse ohne es zu merken. Non-formale Bildung kann und soll die schulische und berufliche Ausbildung nicht ersetzen, stellt aber eine wertvolle Ergänzung dar.

Silvia Leitner arbeitet im Jugendservice von akzente Salzburg.

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