Beim Karriereforum Salzburg am 4. November 2014 stand die Arbeitswelt von morgen im Fokus.

„Salzburg morgen“ gilt als visionäres Arbeitspapier, das der Zukunft Salzburgs auf den Grund geht: Im Rahmen der Montagsrunden der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen entstand dieses Arbeitspapier von derzeit sieben Wissenschaftern. Eine der Mitautorinnen ist die an der Universität Salzburg tätige Rechtsphilosophin Silvia Traunwieser, die im Rahmen des Karriereforums Salzburg am vergangenen Dienstag in der Residenz zu Salzburg über einzelne Inhalte des Papiers referierte.

Internationale Ausrichtung Salzburgs

Zunächst kam Traunwieser im Rahmen ihres Vortrags auf die Internationalisierung zu sprechen. „Der Arbeitsmarkt ist großen Veränderungen unterworfen. Es kommen immer mehr ausländische Arbeitskräfte nach Österreich, vor allem deutsche Staatsbürger. Insbesondere im Tourismus, einer für Salzburg sehr wichtigen Sparte, ist diese Internationalisierung spürbar.“

Die Internationalisierung zeige sich zum Beispiel an der Waren- und Exportstatistik und an den Hochschulen. So exportierten österreichische und auch Salzburger Betriebe vermehrt in Länder außerhalb der EU, wie zum Beispiel Russland, China oder die Türkei. An der Universität Salzburg stammen laut Traunwieser bereits 380 Studierende und immer mehr Lehrende aus dem Ausland.

Aufgrund der Globalisierung werden Fremdsprachen und Auslandsaufenthalte immer wichtiger. Traunwieser erwartet, dass in Unternehmen gemischte Teams entstehen werden, die untereinander Englisch sprechen.

Bildung verstärkt Ungleichheit

Einerseits verfügen in Österreich immer mehr junge Menschen über ein Hochschulstudium, andererseits gibt es 50.000 Jugendliche ohne Ausbildung, in Salzburg sind es 4000. Diese Gegensätze führen künftig zu noch gravierenderen Einkommensunterschieden. Traunwieser: „Zwar weist Salzburg den höchsten Einkommenszuwachs aller Bundesländer auf, doch regional gibt es bereits jetzt große Unterschiede.“ Spitzenreiter in puncto Einkommen seien in Salzburg der Flachgau und die Stadt, gefolgt von Lungau, Pinzgau, Pongau und Tennengau. Die Einkommensunterschiede in Salzburg seien aber nicht nur regional bedingt, sondern auch geschlechtsspezifisch: „Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind zwar kleiner geworden, aber immer noch vorhanden.“

Veränderte Lebensformen

Als groß bezeichnete Traunwieser den Druck nach Selbstoptimierung (Weiterbildung im Beruf, körperliche Fitness etc.). Weil Arbeit in der heutigen Gesellschaft ein hoher Stellenwert zukomme und sich die Grenzen von Arbeit und Freizeit auflösen würden, sei eine weitere Zunahme von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen etc. die logische Folge. Die Gesundheitsförderung in den Betrieben werde daher künftig noch wichtiger.

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