Bald starten viele von uns in den Urlaub. Und vor 20 Jahren oder länger war dies gleichbedeutend mit nicht erreichbar sein. Schon ab der italienischen Grenze konnte man sich damit anfreunden, dass der Chef oder die lieben Kollegen, wenn überhaupt, maximal das Festnetz des gebuchten Hotels bemühen konnten. Heutzutage undenkbar. Viele blicken schon beim Brenner das erste Mal aufs Handy, „dank“ WLAN ist in nahezu allen Hotels eine 24-stündige Erreichbarkeit garantiert.

Der Speiseplan der Betriebsküche erreicht einen montags, Rundschreiben der Geschäftsführung ebenso wie manch lustige Attachments von ebenso lustigen Kollegen. Die Errungenschaften von E-Mail und Co. sind ohne Zweifel in der täglichen Arbeitswelt eine Riesenerleichterung. Geht es allerdings um den Faktor Mensch und die Erholungsnotwendigkeiten, können sie zur Belastung werden. Zu glauben, ständig erreichbar sein zu müssen kann zu Krankheitserscheinungen führen, etwa Burn-out. Mein Rat: Besprechen Sie vor Urlaubsantritt mit Ihrem Chef, was er von Ihnen erwartet, und vor allem, was Sie sich von Ihrem Urlaub erhoffen – nämlich Erholung. Übergeben Sie Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten einem Kollegen und bitten Sie, nur in Notfällen via Festnetz Ihres Hotels kontaktiert zu werden – wenn überhaupt. Weisen Sie in einer E-Mail-Urlaubsnachricht darauf hin, dass Sie während Ihrer Abwesenheit Ihre E-Mails nicht lesen und Sie durch Kollegen vertreten werden.

Apropos übergeben: Ich durfte Sie, liebe Leserinnen und Leser der „Salzburger Nachrichten“, im letzten Jahr mit meiner Kolumne zum Thema Karriere wöchentlich begleiten und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. Ein geschätzter Kollege bereichert Sie in Zukunft mit seinen Ansichten. Mich erreichen Sie unter juergen.kaschube@performdencom.com, aber Achtung: Während meines Urlaubs beantworte ich keine E-Mails.

Jürgen Kaschube ist Wirtschaftspsychologe und Privatdozent.
Mehr zu diesem Thema: www.karriereforum.eu

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