87 Prozent der Betriebe halten sich an das Gesetz über Einkommensangaben. Analyse von Stelleninseraten zeigt aber einen starken Rückgang bei den Ist-Gehaltsangaben.

87 Prozent der Betriebe halten sich an die gesetzlichen Bestimmungen zur Gehaltstransparenz. Zu diesem Ergebnis ist die Arbeiterkammer (AK) gekommen, die nun zum dritten Mal die Gehaltsangaben bei Stelleninseraten überprüft hat. Die AK ist aber dennoch unzufrieden, vor allem weil sich die Aussagekraft der Gehaltsangaben verschlechtert hat. Die AK hat die Samstag-Ausgaben von vier großen Tageszeitungen im Februar und März 2014 sowie 557 Inserate von vier  Internet-Jobbörsen untersucht. Ziel der Regelung ist es, Menschen, die Jobs suchen, Informationen über die zu erwartende Entlohnung zu geben und damit auch zur Verringerung der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern beizutragen.
Doch zumeist werde nur den gesetzlichen Erfordernissen Genüge getan, indem das kollektivvertragliche Mindestgehalt angegeben und auf die Bereitschaft zu Überzahlung ohne nähere Angaben hingewiesen werde, kritisierte die AK.

„Mindestangaben sind in der Regel zu wenig aussagekräftig, um echte Einkommenstransparenz zu erreichen. Wichtig  wäre daher, dass die Betriebe das Ist-Gehalt bzw. eine Bandbreite der möglichen Bezahlung angeben“, meinte AK-Expertin Ingrid Moritz. Der Anteil der Inserate mit Information zu Ist-Gehalt oder Bandbreite ist in Tageszeitungen von 54 Prozent auf 38 Prozent zurückgegangen. Besonders kritisch bewertet die AK, dass Großbetriebe nur zu 21 Prozent das Ist-Gehalt ausweisen. 2013 waren es noch 39 Prozent. Etwas besser sieht es im Bereich der Onlinebörsen aus, wo zumindest 45 Prozent Ist-Angaben machen. Insgesamt (Tageszeitungen und Onlinebörsen) ist der Anteil der Inserate mit Ist-Gehaltsangaben somit von 48 auf 40 Prozent zurückgegangen. Zudem kritisiert Moritz auch, dass die Inserate  vielfach nicht aufschlussreich seien, weil das Stundenausmaß bei Teilzeit oder bei All-in-Verträgen fehle und somit keine echte Transparenz gegeben sei. Insgesamt schlägt aber auch die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt durch. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Stelleninserate um ein Viertel zurückgegangen. Gab es 2013 noch 5156 Inserate, sind es jetzt 3991 ausgeschriebene Stellen. Neben der Angabe des Ist-Gehalts und einer Bandbreite der möglichen Bezahlung sowie des Arbeitsausmaßes bei Teilzeitstellen oder All-in-Verträgen fordert die AK auch für sich und die Gewerkschaft das Recht, unvollständige Angaben anzeigen zu können.

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