Nimmt man das kürzlich veranstaltete Karriereforum der SN in Salzburg zum Maßstab, stellen sich viele  Beschäftigte die Frage, wann der richtige Zeitpunkt+ für einen Wechsel gekommen ist, und nehmen das Karriereforum als Anstoß für die Informationssuche. Oft fällt in Gesprächen auf, dass in der bisherigen Arbeit viel zu wenig über berufliche Entwicklung gesprochen wurde.

Manchmal fehlt die Gelegenheit, manchmal braucht es aber auch einen Anstoß. Was ist zu tun?

Machen Sie sich eine möglichst konkrete Aufstellung mit den Aufgaben oder Themen, die in Ihrer jetzigen Arbeit nerven, die gut passen oder die Sie gern in Zukunft bearbeiten wollen. Überlegen Sie, ob sich die kritischen Punkte verändern lassen und ob Sie bereits alle Qualifikationen haben, um tatsächlich eine andere Aufgabe zu übernehmen. Wenn nicht massive Gründe wie ein unerträgliches Arbeitsklima dagegen sprechen, wäre jetzt der Zeitpunkt, den bisherigen Arbeitgeber um ein ruhiges Gespräch zu bitten und offen über Ziele und Pläne zu reden. Gerade in kleineren Firmen ohne fixe Personalplanung sind solche Gespräche oft der erste Anstoß, um neue Wege zu beschreiten. Aber auch wenn man nicht durchdringt, schafft das Gespräch Klarheit darüber, ob überhaupt Entwicklungschancen in der jetzigen Arbeit bestehen.

Selbst im Fall einer späteren Kündigung ermöglicht es eine Trennung im Guten, da viele Arbeitgeber

Entwicklungswünsche ihrer Mitarbeiter eben nicht als mangelnde Loyalität, sondern als positive Entwicklung wahrnehmen, die sie nur nicht genügend unterstützen können.

Nicht selten bleibt so eine Tür für eine spätere Rückkehr in anderer Funktion offen. Andererseits kann ein Gespräch klären, warum man Ihnen einen nächsten Schritt (noch) nicht zutraut. Vielleicht fehlen Ihnen tatsächlich fachliche Kompetenzen, die Sie sich erst in einer Weiterbildung aneignen müssen, haben sich unklare Vorstellungen von Ihren möglichen zukünftigen Aufgaben und Entwicklungswegen gemacht oder müssen im Alltag noch mehr zeigen, was in Ihnen steckt. Haben Sie Haben Sie Mut zu einem Gespräch!

Jürgen Kaschube ist Wirtschaftspsychologe und Universitätsprofessor.

 

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