Einige Jahre im Beruf nach Ausbildung oder Studium sind absolviert – Sie haben Ihre Arbeit eigentlich gut im Griff und fühlen sich von den Kollegen gut akzeptiert.

Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage, ob Sie sich nun weiterentwickeln sollten oder lieber ihren jetzigen Aufgaben treu bleiben. Können Sie sich vorstellen, den Job Ihres Chefs zu machen oder eine andere leitende Position übernehmen? Eine ehrliche Antwort auf die Frage zu bekommen, ob man zur Führungskraft taugen könnte, ist gar nicht so einfach. Die eigene Familie ist meist wenig objektiv und den Kollegen will man sich mit seinen Plänen nicht vorschnell offenbaren. Aber was muss man als Führungskraft wirklich besser können als andere?

Viele wissenschaftliche Studien haben versucht, darauf eine Antwort zu geben. Natürlich gibt es nicht die ideale Führungspersönlichkeit, die überall Erfolg hat, aber einige wichtige Merkmale sind durchaus bekannt. Zuerst unterscheiden sich Führungskräfte von „normalen“ Mitarbeitern darin, was sie wollen. Gute Leistungen erbringen zu wollen ist eine wichtige Grundlage, reicht aber nicht. Es muss eine Freude am Gestalten und Verändern dazukommen. Eine ausgeprägte Liebe zum Detail und große Sehnsucht nach Harmonie und sind dagegen fast schon Ausschlusskriterien. Eine Führungskraft muss es aushalten können, bei Entscheidungen verantwortungsvoll und doch allein für etwas zu stehen und gleichzeitig die Wertschätzung für andere Menschen nicht zu vernachlässigen.

Grundkompetenz ist es außerdem, mit unterschiedlichen Menschen kommunizieren zu können. Zwei weitere Merkmale trennen endgültig die Spreu vom Weizen: Unsicherheiten aushalten zu können und die Fähigkeit, schnell und auf vielen Wegen Neues zu erlernen. Schauen Sie in den Spiegel oder überprüfen Sie sich selbst. Wenn Sie vieles von den Punkten oben können und wollen, warum sollten Sie es nicht versuchen?

 

Jürgen Kaschube ist Wirtschaftspsychologe und Universitätsprofessor.

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